Nach meinem Kirchenaustritt habe ich zum Glauben gefunden

JessieIch bin im letzten Jahr aus der Kirche ausgetreten.
Ich wurde 1980 getauft, ich wurde 1994 konfirmiert und war damals sogar ein wahrer Streber im Konfirmandenunterricht. Aber an einen Gott geglaubt, so wie er in der Bibel dargestellt wird, das habe ich nie so wirklich. Für mich war die Bibel immer ein hübsches Märchenbuch voll von Geschichten, aus denen man etwas lernen und was man für sich und sein Leben wirklich gut nutzen konnte. Aber ich habe nie daran geglaubt, dass das, was in der Bibel steht, alles 1:1 wahr ist. Ich meine…wenn man das Alter bedenkt und die vielen Übersetzungen im Laufe der Jahrhunderte. Wir kennen doch auch alle “Stille Post”. Trotzdem war ich immer sehr interessiert an diesem wirklich bemerkenswerten Buch und bin auch überdurchschnittlich bibelfest. Aber wenn man mal den Vergleich zieht, so kenne ich auch die Märchen der Gebrüder Grimm und von Hans Christian Andersen sehr gut… ;o)

Die meisten in meiner Familie sind sehr gläubig gewesen. Meine Mutter trug immer mit stolz ihre Kette mit dem goldenen Kreuz und meine Oma hat sehr viel gebetet und war auch in der Kirchengemeinde recht aktiv. Für mich war das aber immer nichts. Mir ist klar, dass es da draußen etwas Größeres und Bedeutenderes geben muss. Eine Art Schöpfer. Aber wie dieser aussieht, darüber will ich erst gar nicht spekulieren. Die Personifikation eines Gottes oder die Darstellung eines eben solchen mit einem langen weißen Bart und in einem weißen Gewand, hat mir nie zugesagt. Doch wer weiß?! Vielleicht sieht er auch genauso aus und ich irre mich? Deshalb heißt es ja auch Glauben und nicht Wissen. So lange ich es aber nicht weiß, da halte ich mich von jeglichen Spekulationen fern.

Jedenfalls habe ich auch Jahre lang Kirchensteuern gezahlt und bin ein Mitglied der evangelischen Kirche geblieben, um zumindest noch die Option zu haben, eines Tages in weiß in der Kirche zu heiraten. Aber zum Gottesdienst bin ich nie gegangen. Ein Grund war vielleicht auch das schlechte “Marketing” der Kirche. Wie kann ich denn meine Schäfchen in die Kirche holen, wenn ich nicht nach ihnen Ausschau halte? Seit der alte Pastor in unserer Gemeinde (bzw. es waren sogar zwei) Ende der 90er Jahre gegangen ist und zwei junge Damen damals den Job übernahmen (keine Ahnung, ob sie immer noch dort sind), haben diese die ganzen Jahre über nicht einmal das Gespräch mit mir gesucht. Ich meine…es gibt doch genug Mittel und Wege auch einfach mal raus und auf die Gemeindemitglieder zuzugehen. Ich habe nie etwas von ihnen gesehen oder gehört. Ich sag’s ja. Schlechtes Marketing! Dass es aber sehr wohl anders geht, beweist hingegen der katholische Pfarrer in unserem Ort. Der macht auch mal einen Schritt vor die Tür und auf die Menschen zu. Das reicht zwar nicht aus, um z.B. mich zu überzeugen, weil bei mir noch viel mehr Gründe dahinter stecken, warum ich nicht gläubig bin, aber ich finde, dass er das, was er tut richtig und einen guten Job macht. Ach ja…ein Mal habe ich doch von “meiner” Gemeinde gehört. Das war nach dem Kirchenaustritt, als man mir einen Brief schickte, wie bedauerlich es doch wäre und ob ich nicht mal vorbeikommen und über meine Entscheidung sprechen bzw. diese nochmal ändern möchte. Zu spät…

Irgendwann kam der Tag meiner Hochzeit und da wollte ich auch einfach nicht mehr kirchlich heiraten. Ich wollte nicht etwas heucheln hinter dem ich nicht stehen kann, nur, damit ich ganz traditionell heiraten kann, wie es schon meine Eltern getan haben. In weiß geheiratet habe ich trotzdem. Das wollte ich mir nicht nehmen lassen. Anschließend bin ich dann aber aus der Kirche ausgetreten. Um es mal ganz ungeschönt zu sagen: ich habe jeden Monat viel Geld für eine Leistung gezahlt, die ich gar nicht in Anspruch genommen habe. Ich meine…wenn ich einen Handyvertrag abschließe, der dann eh nur in der Schublade liegt, dann kündige ich den doch auch wieder.

Sehr viele Menschen gehören keiner Kirche an und haben trotzdem ein glückliches und zufriedenes Leben!

Und doch halte ich Religion und Kirche für sehr sehr wichtig. Nur nicht für mich. Ich denke aber, dass es viele Menschen dort draußen gibt, denen der Glaube an Gott Kraft und Hoffnung gibt. Denen die Gemeinschaft Ihrer Gemeinde sehr viel gibt. Deshalb würde ich anderen Menschen niemals vom Glauben und der Kirchenzugehörigkeit abraten. Es gibt Menschen, die den Glauben und die Lehren der Kirche brauchen, um auf den richtigen Weg zu gelangen. Aber ich brauche es für mich halt nicht. Ich kann für mich nicht alles vertreten, was dort gepredigt wird. Jesus mag gelebt haben und ein bemerkenswerter Mensch gewesen sein, von dem man auch viel lernen kann. Aber für mein Leben im Hier und Jetzt, da brauche ich keinen Jesus. Ich respektiere jedoch jede Form der Religion und ihre Anhänger (so lange sie Religion nicht als Vorwand nehmen, um anderen zu schaden). Ich glaube auch, dass man aus jeder Religion etwas Gutes ziehen kann. Und auch, wenn ich nicht mehr in der Kirche bin, so bin ich doch im Allgemeinen für die Religion und für die Institution Kirche…

Und wie ich es schon in der Überschrift angedeutet habe, so habe ich nach meinem Kirchenaustritt für mich trotzdem zum Glauben gefunden. „Gott ist Güte“ und „Gott ist Barmherzigkeit“. „Gott ist Nächstenliebe“. Wenn all dies Gott ist, dann gibt es für mich wohl doch so etwas wie einen Gott. Oder wie auch immer man es nennen will. Gott hat eben viele Namen.

Das ist meine Religion!

Ich bin gern nett zu meinen Mitmenschen. Ich helfe meinen Mitmenschen, wenn ich kann. Ich setze mich für die Schwachen und die weniger Privilegierten ein. Und wenn jeder dies tun würde, dann wäre diese Welt wirklich ein ganz anderer Ort. Das ist genau das, an was ich glaube. An Güte, Nächstenliebe, Freundlichkeit… Das ist meine Religion! Das ist mein Gott, wenn man so will. Und es macht mir Freude und es erfüllt mich mit einem unbeschreiblich guten Gefühl, wenn ich anderen etwas Gutes tun kann. Ich brauch keine Bibel und keine Kirche, um zu wissen, was richtig und was falsch ist und um zu wissen, wie man mit seinen Mitmenschen umgehen sollte. Und wahrscheinlich bin ich damit einer Religion und einem Gott näher, als so viele Menschen, die zwar brav ihre Kirchensteuern zahlen, aber sich ansonsten nur um sich selbst scheren.

Veröffentlicht unter Allgemein, Off Topic, Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Weihnachten im Schuhkarton

Quelle: geschenke-der-hoffnung.at

Quelle: geschenke-der-hoffnung.at

Weihnachten im Schuhkarton ist eine tolle Aktion, an der ich mich in den letzten Jahren immer wieder mal beteiligt habe. Ich habe immer geschaut, dass ich wenigstens einen Karton pro Jahr packen konnte. Manchmal auch zwei. Das war immer auch ein wenig von der aktuellen finanziellen Lage und meiner Zeit abhängig.
Wie? Was? Wo? Karton gepackt? Weihnachten im Schuhkarton? Hä?
Für die, die nichts mit dem Begriff Weihnachten im Schuhkarton anfangen können, kommt hier eine kurze Erläuterung..

wislogo

Weihnachten im Schuhkarton – Was ist das eigentlich?

Bei Weihnachten im Schuhkarton (oder auch Operation Christmas Child, wie es in englischsprachigen Ländern heißt) handelt es sich um eine weltweite Geschenkaktion.
Das Prinzip ist ganz einfach: Man nimmt einen Schuhkarton, wickelt diesen in hübsches Geschenkpapier ein und packt schöne (und auch nützliche) Dinge hinein, über die ein Kind sich freuen würde. Diesen Karton gibt man dann an einer der vielen bundesweiten Sammelstellen ab und pünktlich zu Weihnachten findet dieser Karton dann seinen Weg zu einem Kind, für welches dieser Karton vielleicht das erste Weihnachtsgeschenk seines Lebens ist. Hier werden Kinder aus wirklich armen Familien bedacht. Auch viele Waisen sind darunter. Und wenn ich sage, dass es vielleicht das erste Weihnachtsgeschenk ihres Lebens ist, dann übertreibe ich an der Stelle nicht. In vielen Fällen ist das wirklich so.

Das deutsche Weihnachten im Schuhkarton (Geschenke der Hoffnung e.V.) bringt seine Kartons beispielsweise nach Osteuropa. Ein Land, in das die deutschen Pakete z.B. im letzten Jahr gingen, war die Slowakei >>> Video.
Wir waren ja im Juni erst dort, haben da aber nicht so sehr viel gesehen.
Mir war klar, dass es jetzt kein schrecklich reiches Land ist, aber dass es dort in einigen Gegenden so schlimm ist, erschreckt mich doch. Wir waren auch nicht ganz so weit im Osten der Slowakei und schon noch relativ nah an Österreich dran. Da ist es vielleicht auch nochmal etwas anders, weil dort auch einige Touristen sind, wir nicht auf Roma o.ä. gestoßen sind und so. Hier ein Bild von der Verteilung in der Slowakei im letzten Jahr:

Quelle: http://www.geschenke-der-hoffnung.org/projekte/weihnachten-im-schuhkarton/mediathek/fotostrecke-slowakei/

Quelle: http://www.geschenke-der-hoffnung.org/projekte/weihnachten-im-schuhkarton/mediathek/fotostrecke-slowakei/

Allein im letzten Jahr waren es aus Deutschland 493.288 Päckchen, die ihren Weg zu den Kindern fanden. 493.288 strahlende Gesichter mit leuchtenden Augen und 493.288 Leben, die man vielleicht verändert hat, indem man etwas Hoffnung geschenkt hat. Indem man den Kindern gezeigt hat, dass es Menschen gibt, denen sie nicht egal sind.

Mehr darüber, wie man so einen Schuhkarton packt und was alles hinein darf, findet Ihr HIER. Ein paar Dinge sind zu beachten. Gerade auch, was einige Einfuhrbestimmungen ins Ausland etc. angeht. Aber das hat man eigentlich schnell raus.

Quelle: http://www.geschenke-der-hoffnung.org/projekte/weihnachten-im-schuhkarton/

Quelle: http://www.geschenke-der-hoffnung.org/projekte/weihnachten-im-schuhkarton/

Dieses Jahr freue ich mich besonders über eine Neuerung. Denn jetzt gibt es die “Box To Go”. Ich hatte schon oft in Berichten von Operation Christmas Child gesehen, dass es in den USA schon passende Boxen gab, die man bekommen konnte. Das erspart einem natürlich die Suche nach einem Schuhkarton in der richtigen Größe. Und je mehr Boxen ganz genau die gleiche Größe haben, desto mehr lassen sich halt auch einfacher in größere Kartons, Container etc. packen.

Ich muss zugeben…obwohl ich als Frau gerne und auch öfters mal Schuhe kaufe, fehlt mir aktuell ein passender Karton für Weihnachten im Schuhkarton (natürlich kann man auch in Schuhgeschäften nachfragen, aber mir fehlt da die Zeit). Also habe ich dieses Angebot doch glatt mal angenommen und mir 2 dieser Boxen bestellt. Gleichzeitig habe ich auch etwas Geld gespendet. Der Betrag ist nicht vorgeschrieben. Ich habe mich jedoch für 17 EUR entschieden, um Produktion und Versand der “Box To Go” (zu mir) zu zahlen (2,50 EUR/Box) sowie den Transport der Boxen zu den Kindern zu finanzieren (6 EUR/Box), damit dies nicht zu Lasten des Vereins geht. Man kann auch mehr spenden oder gar nichts und nur eine Box packen…oder wenn man keine Box packen kann/möchte, dann kann man auch einfach spenden, damit die Boxen zugestellt werden können, für die der Transport noch nicht finanziert ist. Alles kann und nichts muss. Jeder so, wie er kann und möchte. Ich denke aber schon, dass es nur richtig ist, wenn man auch selbst für den Versand seines eigenen Kartons aufkommt.

Quelle: http://www.geschenke-der-hoffnung.org/projekte/weihnachten-im-schuhkarton/

Quelle: http://www.geschenke-der-hoffnung.org/projekte/weihnachten-im-schuhkarton/

Junge oder Mädchen?

Ich habe mich in diesem Jahr dazu entschlossen, wieder für ein Mädchen und für einen Jungen zu packen. Ich möchte da keinem Geschlecht den Vorzug geben. Ich weiß noch nicht genau, für welches Alter. Das hängt auch ein wenig von den Dingen ab, die ich so beim Einkaufen finden werde. Am liebsten würde ich ja direkt 6 Boxen packen. Für jedes Geschlecht und jede Altersklasse eine. Aber dann läppert es sich finanziell vielleicht doch wieder zu sehr, weil ich ja wie gesagt den Transport etc. immer versuche mitzufinanzieren. Ich sage mir dann immer, dass ich lieber weniger packe. 1 oder 2 Boxen sind besser als gar keine.

Ich muss gestehen, dass jedoch die Tendenz dieses Jahr zu den älteren Kindern geht. Es ist leicht etwas für ein süßes, kleines Kind zu packen. Ja. Aber ich glaube, dass dies die meisten Leute tun, weil sie sich dann den süßen Fratz vorstellen, der gerade ihr Päckchen öffnet. Ich kann mir vorstellen, dass für die älteren Kinder dann vielleicht weniger verpackt wird und sie eher leer ausgehen. Außerdem habe ich durch meinen 11 Jahre alten Stiefsohn auch eher einen Sinn dafür, was Kindern in diesem Alter vielleicht gefällt. Ach…aber ich weiß noch nicht. Vielleicht packe ich auch erstmal die zwei Boxen und bestelle dann doch nochmal vier Boxen nach!? Ich bin ja oft gern so spontan. Und gerade, wenn ich von einer guten Sache so überzeugt bin. Mal schauen…

Weihnachten im Schuhkarton… das ist LOVE IN A BOX (Video und mein Ohrwurm des Tages)

Veröffentlicht unter Allgemein, Off Topic, RAOK, Weihnachten | 2 Kommentare

Der Crop im Pott – so war er

Unsere "Scrapoholic"-Truppe, die sich regelmäßig trifft. Die liebe Alex hatte uns extra für den Crop T-Shirts besorgt.

Unsere “Scrapoholic”-Truppe, die sich regelmäßig trifft. Die liebe Alex hatte uns extra für den Crop T-Shirts besorgt.

Gestern habe ich an meinem ersten Crop teilgenommen. Dem CROP IM POTT (im Ruhrpott, um genau zu sein). Für die, die es nicht wissen…ein Crop ist ein Treffen von Scrapbookern (also Leuten, die wie wild alles Mögliche in Fotoalben kleben), die sich treffen, um gemeinsam zu basteln. Quasi ein Ort des Austauschs und der Inspiration:)

Es war ein super schöner Tag. Die Location war wirklich schön. Es war für alles gesorgt. Vor allem das leibliche Wohl kam nicht zu kurz. Viele Mädels, inklusive mir, hatten etwas zum Buffet beigesteuert und Basteln und Essen wechselten sich den ganzen Tag über immer wieder ab. Ich glaube, ich habe gefühlt 5 kg zugenommen. Danke jedenfalls für die tolle Organisation…Alex, Helga, Claudia & Co.

Workshop Barbara Haane

Und dann noch der Workshop von Barbara Haane…

Das war (m)ein persönliches Highlight. Ich lese schon seit etwas mehr als 2 Jahren ihren Blog Scrap-Impulse und bin ein großer Fan. Darum war es auch so aufregend, sie mal persönlich zu treffen. Durch sie habe ich überhaupt angefangen vermehrt Fotos zu verscrappen und es auch mal mit Project Life zu versuchen. Und heute ist Project Life aus meinem Leben ja schon gar nicht mehr wegzudenken.

10411879_10154615526715716_6346135683123326594_n

In dem Workshop haben wir alte Bücher in Fotoalben verwandelt (Mehr dazu gibt es HIER auf Barbaras Blog nachzulesen). Erst wurden einige Seiten herausgetrennt und Seiten zusammengeklebt… dann wurde das Ganze mit Gesso eingepinselt und die Innenseiten wurden zusätzlich mit Gesso und Sprühfarben behandelt.

Ich habe mich direkt in eine glitterige Sprühfarbe von Heidi Swapp verliebt und mir gleich etwas davon bei Nicole von “Der Scrapbook-Laden” gekauft, die auch beim Crop war und uns viele tolle Sachen mitgebracht hatte.

Von Barbara bekamen wir einige Papiere, die wir für die Alben nutzen konnten. Auch Gesso, Schablonen und Sprühfarben stellte sie zur Verfügung. Bücher hatten wir uns selbst mitgebracht. Ich hatte mich für einen hübschen, alten Klassiker entschieden. Eigentlich schon fast zu schade, um ihn zu verscrappen. Ich hoffe, Mr Dickens wird es mir verzeihen und sich deshalb nicht gleich im Grabe umdrehen…

Buch vorher

Viele von den Mädels hatten schon Fotos dabei, die sie dann direkt in ihre Bücher eingearbeitet hatten. Ich hatte jedoch beschlossen das Album leer zu lassen und werde stattdessen die Fotos vom Crop dort benutzen. Was wäre schließlich passender, als das Album zu nehmen, was auch dort entstanden ist? Ist also noch ein “work in progress”.

10687222_10154615530170716_1249380955913706853_n

Fazit: Es war ein toller Tag und ich hoffe auf eine Wiederholung im nächsten Jahr. :)

Veröffentlicht unter Allgemein, Papierkram | Hinterlasse einen Kommentar

Die ALS Ice Bucket Challenge

als ice bucket challenge

Veröffentlicht unter RAOK | Hinterlasse einen Kommentar

Blessing Bags für Obdachlose

Quelle: http://www.galwaysimon.ie

In meinem letzten Urlaub habe ich mich mit einer ehemaligen Kollegin in der Stadt getroffen. Wir wollten ein Eis essen und mal wieder ein wenig quatschen. Ich war seit Jahren nicht in der Stadt und bewege mich eigentlich die meiste Zeit zwischen meinem Wohn- und meinem Arbeitsort, aber nicht im Zentrum. Ich mag das Zentrum nicht besonders und versuche in der Regel einen Bogen drum rum zu machen. Nicht nur wegen all der Menschenmassen, die Unbehagen in mir auslösen, sondern auch wegen der bettelnden Menschen am Wegesrand.

Nein, sie stören mich nicht. Aber es macht mich jedes Mal so unsagbar traurig, dass ich einen Ausflug in die Stadt eigentlich gar nicht genießen kann. Wie kann ich shoppen gehen oder mir einen leckeren Snack kaufen, wenn wenige Meter von mir entfernt jemand auf dem kalten Boden sitzt und Hunger hat?

Mit Sicherheit sitzt dort niemand freiwillig. Natürlich kann in unserem Land jeder Unterstützung bekommen. Aber vielleicht reicht es nicht oder es gibt andere Gründe, warum die Menschen diese Hilfe nicht annehmen können oder wollen? Bei vielen scheitert es wahrscheinlich schon daran, dass sie keine feste Postanschrift haben. Wir kennen die Geschichten der einzelnen Menschen nicht und dürfen uns nicht herausnehmen, über sie zu urteilen. Und nicht jeder, der auf der Straße sitzt nimmt Drogen oder ist Alkoholiker. Aber selbst wenn… eine Abhängigkeit ist eine Krankheit. Sollte man nicht gerade den Menschen helfen, die krank sind und nicht die Kraft haben, sich selbst zu helfen? Sind sie deshalb weniger wert oder weniger liebenswert? Der gütigste und liebevollste Mensch der Welt könnte es sein, der in dieser Situation steckt. Sollte man diesen Menschen im Stich lassen, nur, weil er schwach ist?

Wenn ich kann, vermeide ich es natürlich die Sucht mitzufinanzieren, deshalb gebe ich nicht gern Geld. Wobei es sicher nicht meine 2 EUR sind, die einen großen Unterschied machen. Ob ich die nun gebe oder nicht, wird es nicht schlimmer machen, als es eh schon ist. Aber vielleicht können sie etwas besser machen, wenn sich jemand davon ein Brötchen holen kann, der seit 2 Tagen nichts mehr gegessen hat. Ich habe schon mal einer Frau Bananen gegeben oder was sonst gerade greifbar war. Oft habe ich so etwas aber nichts bei mir, wenn ich in die Stadt gehe und gebe dann doch (für meinen Geschmack noch viel zu oft) Geld und frage mich dann die ganze Zeit, ob andere Dinge nicht eher geholfen hätten.

Blessing Bags für Obdachlose

Deshalb gefällt mir die Idee der Blessing Bags so gut. Das sind kleine Care-Pakete für Obdachlose. Ich habe mir fest vorgenommen von nun an immer so ein Paket im Auto zu haben. Einfach für den Fall, dass mir jemand begegnet, der etwas Hilfe in der Richtung brauchen kann. Und bei meinem nächsten Besuch in der Stadt werde ich ebenfalls einige dieser Pakete mitnehmen und Obdachlosen in die Hand drücken. Es ist vielleicht nicht viel, aber es ist etwas. Ich will nicht einfach so vorbei gehen und Augenkontakt vermeiden. So, wie es leider viel zu viele Menschen tun.

Blessing Bags für Obdachlose

Was kann man in einen Blessing Bag hinein tun? Eigentlich alles, was man so für den täglichen Bedarf brauchen könnte. Da kann man recht kreativ sein. Hier mal ein paar Ideen. Dinge, die ich z.B. schon mal hinein gepackt habe…

1. Lebensmittel
- Kekse
- Cracker (vorzugsweise ungesalzen)
- Trockenobst
- Müsliriegel
- Teebeutel
- Kaugummi / Bonbons (ich empfehle Vitamin C- oder Hustenbonbons, weil sie die Gesundheit mit unterstützen können)
- 1 Flasche Wasser oder ein anderes Softgetränk

Da man ggf. nicht weiß, wann man seinen Blessing Bag an jemanden weitergeben kann, sollte man Lebensmittel wählen, die sich erstmal eine Weile halten und möglichst auch nichts mit Schokolade, die ggf. bei wärmeren Wetter schmelzen kann.

2. Toilettenartikel
- Zahnbürste / Zahnpasta
- Shampoo / Duschgel (hier eignen sich besonders die kleinen Fläschchen, die man so im Hotel bekommt)
- Creme
- Pflaster
- Lippenpflegestift
- Taschentücher
- Feuchttücher (weil vielleicht nicht immer eine Waschgelegenheit gegeben ist)
- Nassrasierer
- Wattestäbchen
- Kamm

3. Sonstiges
- Schreibblock + Kugelschreiber
- Postkarte + Porto
- ein Infoheftchen mit Adressen von Notunterkünften, Hilfsorganisationen etc. (unsere Stadt bietet da auf Ihrer Webseite z.B. etwas zum Download an, was man einfach ausdrucken kann)
- warme Socken
- T-Shirt
- Mütze, Schal, Handschuhe (für den Winter)
- ein Kärtchen mit einem Motivationsspruch

Die Blessing Bags selbst sind einfache Ziplock-Tüten.
Die 3l-Tüten haben eine gute Größe für diesen Zweck.

Quelle: http://nevadahealthcenters.org/

Wenn ich in die Stadt gehe, dann nehme ich übrigens noch ein paar extra Blessing Bags in der Tasche mit. Mit einer Flasche stillem Wasser und Hundefutter bzw. Leckerchen. Mir tut es immer besonders leid, wenn ein Obdachloser seinen treuen Vierbeiner daneben sitzen hat. Den Tieren ist es egal, wie arm oder reich man ist. Sie lieben ihren Herrn bedingungslos. Natürlich wäre es viel schöner, wenn sie den ganzen Tag durch einen großen Garten tollen könnten. Das kann ich ihnen nicht bieten, aber zumindest etwas Futter kann ich für sie hinterlassen…

Veröffentlicht unter RAOK | Hinterlasse einen Kommentar

Janina in Afrika

Hello AfricaMeine Freundin Janina ist nun inzwischen in Ghana/Afrika angekommen. Dort wird sie nun in den kommenden 3 Monaten in einem Kinderheim arbeiten…

Natürlich sind die Bedingungen, wie erwartet, etwas befremdlich und für unsere Verhältnisse doch recht primitiv. Es gibt z.B. kein fließendes Wasser. Das Wasser befindet sich in großen Tanks und wird dann in Behältern dorthin transportiert, wo man es benötigt.

Wassertank Ghana

Man duscht sich dann z.B. auch mit einem Eimer und generell ist die Wasserversorgung ein Thema für sich. Das muss schon ein komisches Gefühl sein, wenn man nicht mal eben den Wasserhahn aufdrehen kann…

Wasserbehälter Ghana

Mehr zu der Wasser-Situation vor Ort könnt Ihr auf Janinas Blog nachlesen > Jumping Borders To Africa

Damit die Kinder vor Ort auch weiterhin frisches Trinkwasser zur Verfügung haben, werden jedoch dringend eine neue Pumpe und ein Stabilisator benötigt. Janina möchte helfen und hat ein Spendenkonto eröffnet, wo sie u.a. dafür sammelt, dass die Trinkwasserversorgung weiterhin gewährleistet werden kann. Aber auch Dinge wie Zahnbürsten, Schulmaterialien und Medikamente sollen von dem Geld finanziert werden. Es fehlt wirklich an allen Ecken und Enden. Janina selbst sorgt dafür, dass das Geld ankommt. Das finde ich super. Ich habe nie ein gutes Gefühl dabei, einer gesichtslosen Organisation etwas zukommen zu lassen, die sich wohl möglich noch 80% für „Verwaltungskosten“ einheimst (man weiß ja nie). Bei Janina kommt jedenfalls  jeder Euro auch da an, wo er gebraucht wird. Und jeder einzelne Euro kann uns auch dem Ziel ein Stück näher bringen. Bitte unterstützt Janina bei Ihrem Vorhaben. Jetzt spenden!

Veröffentlicht unter Allgemein, RAOK | Hinterlasse einen Kommentar

Crop im Pott

Crop bei AlexGestern habe ich mich mich mit einer sehr lieben Mädelsrunde getroffen, die sich regelmäßig zum gemeinsamen Basteln trifft und wir haben den Abend unseren Project Life Alben gewidmet. Ich habe die letzten 3 Einträge (= 3 Wochen) fertig bekommen und trotzdem war auch noch genug Zeit, um die Mädels näher kennen zu lernen. Es war ein sehr sehr netter Abend. Ich hab sie direkt alle ins Herz geschlossen und freue mich schon auf ein Wiedersehen. Die Zeit verging wie im Fluge und plötzlich war es schon nach Mitternacht als ich wieder zu Hause angekommen bin. Einen Eindruck von der netten Truppe, zu der ich mich dazu gesellt habe, bekommt Ihr übrigens auf dem Blog von der lieben Alex, der Gastgeberin > “Meine Hexenwerkstatt”.

Jessie und Alex

Das nächste Mal werde ich die Mädels dann wohl bei dem großen ”Crop im Pott” am 20. September in Dortmund treffen. Für die, die es nicht wissen: Ein Crop ist ein Treffen von Scrapbookern, die dann gemeinsam basteln. Es gibt noch freie Plätze, wer also Lust hat gemeinsam mit anderen zu basteln und nette Leute zu treffen, der darf sich gern bei mir melden und ich stelle den Kontakt her. Oder ihr meldet Euch direkt bei Alex. Siehe Bloglink oben – da findet Ihr auch die Kontaktdaten.

Nicole von Der Scrapbook Laden wird übrigens auch da sein und tolle Sachen mitbringen, denn jetzt gerade trudeln die Neuheiten von der CHA ein. Ich werde vermutlich ein paar Sachen vorbestellen und mir meine Bestellung direkt mitbringen lassen.

Es wird außerdem einen Workshop mit Barbara Haane geben. Da hab ich mich auch schon angemeldet. Ich bin schon lange eine treue Leserin ihres tollen Blogs “scrap impulse” und freue mich schon sehr darauf sie mal live zu treffen. Ehrlich gesagt hat sie mich mitunter dazu inspiriert mit Project Life anzufangen. Und auch noch ein paar Mädels von anderen Blogs.

scrapimpulse

Beschreibung des Workshops:

Neues Leben für ein altes Buch! 

Für diesen Crop habe ich einen ganz besonderen Workshop vorbereitet. Voll im Upcycling Trend gestalten wir mit vielen Techniken und neuen Scrapbooking Kollektionen ein persönliches Album für eine Menge Fotos. Das ist Scrapbooking pur, lasst Euch überraschen! 
Das Album eignet sich für 20 oder mehr Fotos, z.B. von Eurem Urlaub, oder als Babyalbum, oder von einer Familienfeier, oder um eine besondere Person oder ein speziellesThema zu verscrappen. Der Preis für den Workshop beträgt 29,-€, in diesem Preis ist das komplette große Materialpaket für den Workshop enthalten…

Ach ja…und es wird einen kleinen Flohmarkt geben, wo man die Bastelsachen verkaufen kann, die man nicht mehr benötigt. Gerade Leute, die vielleicht noch nicht so viel Zubehör haben, werden dort sicher fündig.

Also…meldet Euch an. Je mehr Leute dazu kommen, desto lustiger wird es.

Veröffentlicht unter Allgemein | 2 Kommentare

Filofax-Locher

Filofax KunststofflocherAngefangen hatte ich mit dem Kunststoff-Locher von Filofax, um damals eigens gestaltete Blättchen in meinen Filofax Personal einheften zu können. Da ich aber etwas dickeres Scrapbookpapier lochen wollte, aus dem ich meine Divider gebastelt hatte, kam ich damit ganz schnell an meine Grenzen. Eigentlich hat das Ding sogar schon bei 80g Papier nicht mehr richtig funktioniert. Man musste die Löcher regelrecht in das Papier reißen, statt sie stanzen zu können. Vielleicht fehlte mir auch einfach der nötige Muskelschmalz? Keine Ahnung…

Ich habe mir dann jedenfalls diesen Bind System Metall-Locher zugelegt. Und der funktioniert wirklich ganz wunderbar.

Locher Filofax

Ich kann mit diesem Locher nicht nur alle Blättchen für mein Filofax Personal lochen. Da der Lochabstand veränderbar ist, kann ich nun auch die Seiten für meinen neuen Filofax A5 damit lochen. Ich bin schwer begeistert und ärgere mich sehr, dass ich damals Geld für das olle Plastikding ausgegeben hatte. Braucht kein Mensch!

Filofax Divider lochen

Mit dem neuen Metall-Locher lassen sich sogar laminierte Scrapbookpapier-Seiten problemlos lochen und einheften. Ich hab mir gerade erst Divider für den A5 gemacht und ihn dafür benutzt.

Laminierte Divider für Filofax

Veröffentlicht unter My Filofax, Papierkram, Produkttest | Hinterlasse einen Kommentar

Artist Trading Cards

Ende nächster Woche werde ich mich zu ein paar Mädels gesellen, die auch so gern scrappen und basteln wie ich. Der Kontakt kam über Facebook-Gruppe zustande. Ich freue mich schon sehr darauf. Meine Freundinnen haben leider alle andere Hobbies und es wird sicher ganz klasse, zur Abwechslung mal in Gesellschaft anderer kreativ zu sein und sich auszutauschen…

Diese Mädelsgruppe tauscht bei diesen Treffen jedenfalls immer kleine, selbstgemachte Geschenke aus. Eine super süße Idee, wie ich finde. Ich liebe es ja ohnehin Leute mit Selbstgemachtem zu beschenken.

ATC

Dieses Mal werden ATCs getauscht. Das steht für “Artist Trading Cards”. Um es mal ins Deutsche zu übersetzen, so sind es also “Sammelkarten”, die von Künstlern erstellt wurden. Sie haben immer eine Größe von 6,4 x 8,9 cm und passen somit prima in gängige Sammelkartenalben.

Alle Techniken sind erlaubt. Man kann malen, zeichnen, Collagen erstellen…der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Auf die Rückseite kommt die Signatur des Künstlers, das Datum und ggf. noch eine Nummerierung, falls man eine Serie erstellt hat. ATCs werden nur getauscht und nie verkauft.

Die ATCs bei diesem Treffen sollen das Thema “Blumen” haben… na…das habe ich mir nicht 2x sagen lassen (siehe oben)… Ich habe Kärtchen zurecht geschnitten, die Ecken schön rund und mit Wasserfarben den Hintergrund bunt gemacht. Dann habe ich ein Gedicht zum Thema Blumen in ein Dokument geschrieben, Blumen als gif drüber gelegt (die inneren Flächen zuvor mit PhotoShop entfernt) und dann erst den Text und da drüber noch die Blumen auf ein Blatt gedruckt. Die Blumen habe ich dann ausgeschnitten und auf das bunte Kärtchen geklebt. Und schon war meine erste ATC-Serie fertig. Ich bin da ja noch ein ganz blutiger Anfänger, aber mir gefällt mein erster Versuch schon. Recht schlicht, aber trotzdem sehr schön, wie ich finde… Ich schätze es werden noch welche folgen. Suchtpotential! Vor allem, da ich so gern zeichne und male…auf dem Format lässt es sich gut doodlen… ;)

Veröffentlicht unter Papierkram | Hinterlasse einen Kommentar

Buchtipp – THINK HAPPY, BE HAPPY

Think happy, be happyHeute war mein Exemplar von “THINK HAPPY, BE HAPPY. art, inspiration, joy” in der Post. Ich freu mich riesig. Dieses kleine Buch ist vollgepackt mit wunderschönen Zitaten, die motivieren und gute Laune machen…

Think happy, be happy - Quote Think happy, be happy - Quote

Mehr als 30 Künstler haben die Seiten illustriert…
Think happy, be happy - Quote

Auf den Rückseiten findet man übrigens hier und da Top-Ten-Listen, Ideen für kreative Projekte, Rezepte etc.

Ich finde, dass das Buch ein wahrer Quell guter Laune ist. Ich werde es vermutlich auseinander nehmen und die hübschen Zitate in meinem Project Life und auch in meinem Filofax verwenden.

Think happy, be happy - Quote

Veröffentlicht unter Buchtipp, Papierkram | 1 Kommentar